"Kinder an die Mediation heranführen" im IfW Neubrandenburg

Montag, 19. August 2019 ( ) bis Dienstag, 20. August 2019 ( )
Streiten will gelernt sein! Wollen Kinder einen Interessenkonflikt klären, holen sie häufig Erwachsene dazu, die für sie Partei ergreifen sollen. In der bisherigen Erziehung wird gefragt “wer hat angefangen?” um dann die Schuldfrage zu klären. Das nimmt viel Zeit in Anspruch und fördert nicht die Eigenverantwortung und Konfliktlösungskompetenz des Kindes. Im Gegenteil – sie hören einander nicht wirklich zu, unterbrechen den Anderen oder beschimpfen ihn. Aggresssion wird mit diesem Verhalten unterstützt und Empathie zunichte gemacht. Das Bensberger-Mediations-Modell bietet allen Kindern, also auch denen, die die deutsche Sprache noch nicht so gut beherrschen, die Möglichkeit, spielerisch ein „anderes Streiten“ zu lernen. Bei diesem Modell wird nicht nach Schuldigen gesucht, sondern eine andere Konfliktkultur vermittelt, so dass die Kinder durch feste Rituale ihren eigenen Streitanteil erkennen, sich selbst und das Gegenüber besser reflektieren und im Streitfall selbstständig, schnell und kreativ nach Lösungen suchen. Das Modell enthält ein umfangreiches Material, mit dem die Kinder spielerisch an die Gefühlswelt, an Mimik und Körpersprache herangeführt werden um ihre Fremdwahrnehmung und damit auch die Empathie zu schulen. Einen roten Faden und somit das praktische Handwerkszeug zur altersgerechten Konfliktbearbeitung liefert das „Erste-Hilfe-Buch“, mit dem Sie im pädagogischen Alltag: zwischen Streitparteien intervenieren und ruhig vermitteln, die Kinder präventiv an die Streitschlichtung heranführen, die Empathie und Selbständigkeit unter den Kindern fördern, die Methodik in den Elternhäusern weiter fortführen lassen (auch hierfür gibt es Material) eine starke Nachhaltigkeit aufbauen und erreichen können.